“Ein Jahr danach”
Von Schatten umgeben,
vertrautes Mezzoforte weit und breit,
Alptraum um das Leben
im glatten Raum der Worte jener Zeit.
Jetzt, fast ein Jahr danach,
jenseits von aller Unerbittlichkeit,
von dir befreit,
bewache ich das Ermatten deiner Schmach.
Verdammt tausendfach!,
womit hatte ich verdient solches Unheil?
Zum Trotz, dankbar zum Teil,
fand ich zu mir selbst ein Jahr danach.
Ein merkwürdiger Krach
als die Hölle losbrach,
schwarze Leere übers Dach,
bleibe wach!, du bist schwach...,
schreie in Angst nach und nach
auf dem Boden ganz flach?,
da der Himmel zerbrach.
Wahre Idioten vom Fach
hielten Hermes im Schach;
niemand sonst unterbrach
mein Pfad ins Ungemach:
ich!, verbannt ins Gemach
hinter strengem Gefach.
War das nötig demnach?
Es ging voll daneben,
im Laut der Wut umschlungen seelenweit,
durch Zanken verkleben,
gebraut aus Blut vom kranken Widerstreit.
Jedoch ein Jahr danach,
zurück aus Welten der Herzlosigkeit,
zum Leben bereit,
verdrängte ich jede Prise Lust auf Rach'.
Verdammt tausendfach!,
du armes Aas!, zum Teufel!, Seemannsheil!
Denn nun, ein Jahr danach,
erkläre ich für begraben das Kriegsbeil.
Ein fremdartiger Krach
wenn die Hölle losbrach,
schwarze leere Überdach,
bleibe wach!, bist du schwach!...,
fühle ich Angst nach und nach
auf dem Boden ganz flach?,
denn der Himmel zerbrach.
Ja, der Himmel zerbrach.
Hades schwand allgemach
und der Morgen anbrach.
Aus sorglosem Gelach
wurden Tränen zum Bach;
solch ein tristes Vermach
bloß aus Liebe zur Sach'!
War das nötig demnach
oder dir nur nach?
QuinoBLN, en Berlín, 20/09/2015
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